Es gibt sie in fast jedem Team.
Menschen, die viel reden. Nicht aus Ego. Nicht aus Dominanz.
Sondern weil sie denken, während sie sprechen.
In Meetings sind sie oft die Ersten, die reagieren. Sie füllen Pausen. Sie treiben Gespräche voran.
Und irgendwann passiert etwas Merkwürdiges.
Alle wissen, dass es zu viel ist. Aber niemand sagt etwas.
Denn wie unterbricht man jemanden, der engagiert ist? Der es gut meint? Der offensichtlich beitragen will?
Also lässt man es laufen.
Das zweite, leisere Problem
Während einer redet, passiert noch etwas anderes.
Ein halbes Ohr hört zu. Der Blick wandert auf den zweiten Bildschirm. E-Mails werden beantwortet. „Kurz noch etwas richtig arbeiten.“
Nicht aus Respektlosigkeit. Sondern aus einem stillen Kalkül.
Dieses Meeting wird dauern. Es wird abschweifen. Und ich werde hier nicht gebraucht.
Multitasking wird zur Überlebensstrategie.
Nach außen sitzen alle im Raum. Nach innen sind einige längst woanders.
Das stille Ungleichgewicht
Nach außen wirkt das Meeting lebendig. Viele Worte. Viele Gedanken. Viel Bewegung.
Nach innen passiert etwas anderes.
Einige steigen aus. Andere warten auf eine Lücke, die nicht kommt. Manche hören auf, ihre Gedanken überhaupt zu formen.
Nicht, weil sie nichts zu sagen hätten. Sondern weil sie merken, dass der Raum schon gefüllt ist.
Der Vielredner wird zum Problem. Aber niemand will ihn zum Problem machen.
Der Moment, der alles verändert
In einem Meeting passierte dann etwas Unerwartetes.
Neben der Diskussion lief eine Uhr. Groß. Sichtbar. Für alle.
Fünf Minuten pro Thema.
Kein Kommentar dazu. Keine Erklärung. Keine Mahnung.
Nur Zeit, die verging.
Nach drei Minuten sprach immer noch dieselbe Person. Dann ein kurzer Blick zur Uhr. Ein Innehalten.
„Ich komme zum Punkt“, sagte sie selbst.
Niemand hatte sie unterbrochen. Niemand hatte sie gebremst.
Die Uhr hatte es getan.
Warum sichtbare Zeit wirkt
Zeit ist neutral. Sie bewertet nicht. Sie kritisiert nicht.
Eine sichtbare Uhr verschiebt die Verantwortung.
Nicht der Moderator bremst. Nicht das Team greift ein. Sondern der Rahmen spricht.
Vielredner merken plötzlich selbst, wie viel Raum sie einnehmen. Leise Stimmen sehen, dass Raum begrenzt, aber fair ist. Und diejenigen mit dem halben Ohr merken, dass es sich wieder lohnt, zuzuhören.
Zeit schafft Klarheit, ohne Schuld zu verteilen.
Struktur statt Sozialkonflikt
Ohne Zeitbegrenzung wird Reden schnell persönlich. Mit Zeitbegrenzung wird es sachlich.
Das ist der Unterschied.
Meetings brauchen keine Mutproben, bei denen jemand den Vielredner stoppt. Sie brauchen Regeln, die allen gelten.
Wenn Zeit sichtbar ist, entsteht etwas Seltenes. Selbstregulation.
Menschen korrigieren sich selbst. Gespräche werden präziser. Gedanken klarer.
Nicht, weil jemand besser moderiert. Sondern weil der Rahmen stimmt.
Vielleicht ist es nicht der Vielredner
Vielleicht ist es nicht die Person, die zu viel redet. Sondern ein Meeting, das keinen Halt gibt.
Keinen Anfang. Kein Ende. Keinen gemeinsamen Takt.
Eine sichtbare Uhr ist kein Kontrollelement. Sie ist ein Versprechen.
Jeder bekommt Raum. Aber nicht unbegrenzt. Und nicht auf Kosten der anderen.
Und manchmal reicht genau das, damit niemand mehr glaubt, dass die eigentliche Arbeit woanders passiert.
Genau deshalb haben wir bei Grounds Up die Timebox direkt ins Meeting-Format integriert. Nicht als Zwang, sondern als Struktur, die trägt. Probier es aus – ohne Setup, ohne Anmeldung.