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Acht kluge Menschen. Ein nutzloses Meeting.

Warum Meetings nicht an Menschen scheitern

Es war eines dieser Meetings, bei denen eigentlich alles stimmt.

Acht kluge Menschen. Erfahrung. Verantwortung. Gute Absichten.

Der Termin war wichtig genug, um ihn nicht zu verschieben. Das Thema komplex genug, um es nicht nebenbei zu klären.

Alle waren da. Kameras an. Kalender geblockt.

Die ersten Minuten liefen gut. Ein kurzer Check-in. Ein paar Nicks. Zustimmung.

Dann begann das Reden.

Ein Gedanke führte zum nächsten. Ein Einwand zog einen weiteren nach sich. Manches wurde wiederholt, anderes elegant übergangen.

Nach zwanzig Minuten hatte jeder etwas gesagt. Aber nichts war klarer als vorher.

Eine Person setzte an, brach ab und lehnte sich zurück. Eine andere übernahm und sprach weiter. Nicht dominant. Nicht absichtlich. Einfach, weil Raum da war.

Bei Minute fünfundvierzig kam jemand auf den Punkt, der eigentlich an den Anfang gehört hätte. Es blieb keine Zeit mehr, ihn zu klären.

„Lass uns das im nächsten Meeting vertiefen“, sagte jemand. Alle nickten.

Das Meeting endete pünktlich. Mit dem diffusen Gefühl, beschäftigt gewesen zu sein, ohne etwas gelöst zu haben.

Niemand hatte etwas falsch gemacht. Und genau das war das Problem.

Das unbequeme Muster

Viele Meetings scheitern nicht an Motivation, Kompetenz oder Offenheit. Sie scheitern daran, dass sie auf etwas bauen, das unfair ist.

Freies Reden wirkt demokratisch. Ist es aber nicht.

Es bevorzugt Menschen, die schnell formulieren. Die spontan reagieren. Die sich trauen, Gedanken unfertig auszusprechen.

Leise Stimmen verlieren. Unfertige Gedanken verschwinden. Wichtige Themen kommen zu spät oder gar nicht.

Nicht, weil jemand sie unterdrückt. Sondern weil die Struktur fehlt, die sie schützt.

Was Meetings wirklich brauchen

Gute Meetings brauchen keinen besseren Moderator. Sie brauchen einen Rahmen, der Gespräche lenkt, ohne sie zu kontrollieren.

Einen Moment der Stille, bevor geredet wird. Eine sichtbare Priorisierung, bevor diskutiert wird. Klare Zeitfenster, damit Fokus entsteht. Und einen Ort, an dem Entscheidungen festgehalten werden, während sie entstehen.

Struktur ist kein Korsett. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass gute Menschen gemeinsam gute Entscheidungen treffen.

Der nächste Schritt

Vielleicht brauchst du kein besseres Team. Vielleicht brauchst du nur Meetings, die anders gebaut sind.

Meetings, in denen Stille erlaubt ist. In denen Themen gesammelt werden, bevor sie diskutiert werden. In denen sichtbar wird, was wirklich wichtig ist. Und in denen Entscheidungen nicht zufällig entstehen.

Ich habe in den letzten Monaten genau dafür ein kleines Werkzeug gebaut. Es zwingt niemanden zu irgendetwas. Es gibt nur Struktur dort, wo Gespräche sonst zerfasern.

Wenn du neugierig bist, wie sich ein solches Meeting anfühlt, probier es einfach aus. Kein Account. Kein Setup. Ein Link genügt.

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